Intelligentes Schiffsanlegemesssystem
Die Stromkaje in Bremerhaven ist ein zentraler Knotenpunkt der deutschen Handelsinfrastruktur und ein wichtiger Umschlagplatz im internationalen Warenverkehr. Woche für Woche legen hier an den entsprechenden Terminals die größten Container-Schiffe der Welt an. Sie sind bis zu 400 Meter lang und können bis zu 24.500 Standardcontainer transportieren. Diese Giganten der Meere kommen bei jeder Witterung, von stürmischem Regen bis hin zu Nebel oder Schnee. Bei den anspruchsvollen Anlegemanövern müssen Kapitän und Lotse präzise arbeiten, um Schiff und Kaje vor Schäden zu schützen.
Um diese Herausforderungen zu meistern, haben bremenports und Aimpulse das Schiffsanlegemesssystem entwickelt. Es dient als eine Art moderne Einparkhilfe für Container-Riesen in den Bremischen Häfen. Ein entlang der Stromkaje installiertes Radarsystem überwacht kontinuierlich die Umgebung und misst in Echtzeit Geschwindigkeit und Anlegewinkel des Schiffs. Die Technologie sorgt besonders bei schlechter Sicht oder schlechtem Wetter für eine präzise und sichere Navigation. Dadurch werden Schäden am Schiff und an den Hafenanlagen vermieden und gleichzeitig die Sicherheit und Effizienz des Hafenbetriebs gesteigert.




Präzision unter extremen Bedingungen: Das Radarsystem an der Stromkaje
Mit einer Länge von rund fünf Kilometern ist die Stromkaje in Bremerhaven eine der längsten der Welt. An diesem geografisch günstigen Punkt, an dem die Wesermündung in die offene Nordsee übergeht, befinden sich die drei Bremerhavener Container-Terminals. Doch diese exponierte Lage bringt auch ihre Herausforderungen mit sich: Der Tidenhub kann bis zu vier Meter betragen, und die Gezeiten verursachen starke Strömungen, die das Anlegen der Schiffe erschweren.
Um diesen Bedingungen gerecht zu werden, sind die Radarsensoren des Schiffsanlegemesssystems im Abstand von jeweils etwa 30 Metern entlang der Kaje installiert. Diese scannen das Fahrwasser der Weser kontinuierlich bis zu einer Entfernung von 120 Metern und liefern präzise Daten in Echtzeit – bei jeder Witterung. Ob dichter Nebel oder starker Schneefall, das System bleibt immer zuverlässig und sorgt so für eine sichere Navigation, selbst unter den schwierigsten Bedingungen.
Automatische Erfassung und Auswertung von Anlegemanövern
Aimpulse hat für das Schiffsanlegemesssystem eine Echtzeitdatenanbindung entwickelt. Diese ermöglicht eine schnelle und präzise Kommunikation der aufgezeichneten Sensorwerte. Die an der Stromkaje erfassten Daten stehen mit einer Latenz von weniger als einer Sekunde über eine offene Schnittstelle zur Verfügung. Dadurch können die Werte nahtlos in andere Anwendungen, wie etwa eine Lotsen-App, die auf die Echtzeitdaten zugreift, integriert werden.
Dank der fortschrittlichen Echtzeit-Signalverarbeitung erkennt das System von Aimpulse automatisch, wenn ein Anlegemanöver stattfindet. Es misst die Anlegegeschwindigkeit und den Anlegewinkel präzise, ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich sind. Diese Echtzeit-Daten können nicht nur während des Manövers genutzt, sondern auch für spätere Auswertungen bereitgestellt werden, etwa im Fall einer Havarie. Somit bietet das System eine wichtige Grundlage für die Analyse und Optimierung von Hafenoperationen.
Bremen als Vorreiter: Künstliche Intelligenz für den sicheren Hafenbetrieb
Die Radartechnologie des Schiffsanlegemesssystems wurde von bremenports bereits über einen Zeitraum von zehn Jahren an einem einzelnen Liegeplatz erprobt und optimiert. In dieser Zeit konnte die Hardware ihre Zuverlässigkeit und Präzision unter realen Bedingungen unter Beweis stellen. Mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums wurde das bewährte System nun auf die gesamte nördliche Stromkaje ausgeweitet. So ist ein digitales Testfeld entstanden, das modernste Technologie für den sicheren und effizienten Hafenbetrieb bereitstellt.
Dank der von Aimpulse entwickelten Echtzeit-Datenanbindung und der fortschrittlichen Auswertung durch Künstliche Intelligenz (KI) wurde auf der Stromkaje eine der längsten KI-Anlagen in Bremen geschaffen. Die KI verarbeitet und analysiert die gesammelten Daten in Echtzeit. Dadurch können Anlegemanöver mit bislang unerreichter Präzision überwacht und gesteuert werden. Diese innovative Erweiterung ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer vollständig digitalisierten und automatisierten Hafeninfrastruktur und zeigt, wie moderne Technologie dazu beitragen kann, den Hafenbetrieb noch sicherer und effizienter zu gestalten.
- Schiffsanlegemesssystem: Innovatives Radarsystem unterstützt Anlegemanöver bei schlechtem Wetter und schützt Schiffe sowie Hafenanlagen.
- Radarsensoren entlang der Stromkaje: Sensoren an der Kaje liefern präzise Daten zur Navigation, auch bei extremen Wetterbedingungen.
- Echtzeitdaten und automatische Auswertung: Aimpulse sorgt für die schnelle Übertragung und Analyse der Anlegedaten in Echtzeit, ohne manuelle Eingriffe.
- Auswertung mit Künstlicher Intelligenz: Aimpulse nutzt KI, um die gesammelten Daten in Echtzeit zu analysieren und Anlegemanöver effizient zu bewerten.